DIY Photobooth 1 Kommentar


Wer kennt sie nicht, diese Fotokästen auf Hochzeiten und Firmenfeiern, die auf Knopfdruck ein Foto der – meist mit lustigen Utensilien dekorierten – Gäste knipst?
Da mir diese Art der kurzweiligen ‚Unterhaltung‘ sehr gefällt, wollte ich für meine Hochzeit unbedingt auch so ein Photobooth aufstellen/mieten.

Nach kurzer Recherche war ich jedoch kurz davor diese Idee wieder zu verwerfen – die Kosten um die 500€ für einen Abend schienen mir dann doch zu hoch.

Muss doch günstiger auch gehen!? dachte ich mir. Als Hobbyfotograf habe ich jede Menge Equipment daheim herumliegen, daraus lässt sich bestimmt was Nettes basteln.

Eine Idee ist geboren und erste Skizzen werden gezeichnet.

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Wie stelle ich mir meine Fotobox vor?

Es soll jedenfalls eine Holzkiste sein mit eingebauter Spiegelreflexkamera und Tablet als „Display“. Nice to have wäre ein Drucker zum Sofortdruck der Fotos.

Schritt 1 – Holzkiste

Das Gehäuse der Fotobox bildet eine 30x30x30 Holzkiste. Diese besitzt einen Deckel mit Schanieren und bereits aufgeklebte Dekotapete.

Ich beginne damit die Kamera im Inneren auf die gewünschte Höhe auszurichten, um die Markierungen für die Bohrung zu machen.
Die Kreisform wird mit einem Lochbohraufsatz ausgesägt. Darüber soll dann das Tablet befestigt werden. Hier kommt die Stichsäge zum Einsatz und der Ausschnitt für das 7-Zoll Tablet wird gesägt.

Für den Transport montiere ich Schubladengriffe vom schwedischen Selbstbaumarkt an den Seiten der Box.
Am Boden der Kiste wird noch ein Loch gebohrt, um die Kamera später von unten befestigen zu können.

Schritt 2 – Einbau der Kamera

Für den Einbau der Kamera schraube ich einen zurecht geschnittenen Holzblock an den Boden der Kiste. An diesen kommt eine Metallplatte, welche als Befestigung für die Kamera dient. Die Kamera kann nun von unten per Schrauben – inkl. Gummiplättchen zum Schutz – befestigt werden.

 

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Zur Stromversorgung der Kamera wird ein Netzadapter verwendet und an einem 3er Verteiler angesteckt.

Schritt 3 – Tablet

Zur Befestigung des Tablets verwende ich dünne Holzleisten – ein kleines bisschen breiter als das Tablet selbst – welche auch als Führung zum Einsetzen dienen. Damit das Gerät nicht nach Hinten kippt kommt am oberen Ende eine weitere Holzleiste und am unteren Ende zwei an die Leisten angeschraubte Gelenke.

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Schritt 4 – Die Software

Der Hardware-Teil wäre nun erledigt, jetzt geht es ans Eingemachte – die Software. Die ganze Geschichte gestaltet sich komplizierter als zuerst gedacht.

Natürlich habe ich mir softwareseitig strenge Vorgaben gesetzt:

  • Gleichzeitige Stromversorgung von DSLR und Tablet
  • Steuerung der DSLR über das Tablet
  • Automatisches Backup der Bilder sowohl am Tablet als auch auf der SD-Karte der Kamera

Die erste Herausforderung nimmt schon mal viel Zeit in Anspruch. Um die Kamera per Tablet zu steuern kann ein USB OTG Kabel verwendet werden. Dies erlaubt es USB-Geräte am Tablet zu verwenden – Einsatzgebiete sind hier z.B. USB-Sticks, Gamecontroller, usw. Ich habe mir über Amazon ein Y-Kabel bestellt. (TODO: Link)

Nun unterstützt der Stock Android Kernel zwar die Kommunikation über USB OTG, jedoch ist ein wichtiges Feature nicht verfügbar: der USB OTG Host Modus – in diesem Modus fungiert das Android Gerät als Host und kann gleichzeitig Daten übertragen und Strom aufnehmen/abgeben.

Nach langer Suche bin ich dann auf den Kangoroo Kernel gestoßen, welcher genau diese Features implementiert hat, die ich suche. Leider habe ich keinen Weg gefunden diesen Kernel auf Android 5.x zu verwenden, so bin ich vorerst an die gerootete Version 4.4.4 des mobilen Betriebssystems gebunden.

Eine wichtige Erkenntnis zur Verwendung des Host Modus:

Um das Tablet im Host Modus gleichzeitig zu laden ist die Reihenfolge beim Anschließen der Kabel wichtig:

1. Stromzufuhr an OTG-Kabel anstecken

2. OTG-Kabel an Tablet anschließen

3. USB-Kabel der Kamera mit dem OTG-Kabel verbinden

 

Photobooth Software:

Wie wird die Kamera nun ausgelöst?

Zur Bedienung der Fotobox habe ich mich für die Android App SLRBooth (Playstore: Hier) entschieden. Die App kostet knappe 10€, die Kompatibilität kann über eine Gratisversion getestet werden.

Die Features waren genau das, was ich gesucht hatte:

  • Auslöser mit Countdown (über Touch, Bluetooth oder USB)
  • Live-Preview des Bildes am Tablet
  • Mehrere Bilder hintereinander
  • Bilder können in ein Template zusammengefasst werden
  • Explizites Laden der JPEG Dateien – RAW-Files bleiben auf der DSLR
  • Speichern der Bilder in eigenen Ordnern – dadurch einfache Synchronisation mit Google Photos
  • Teilen via Facebook/E-Mail/Bluetooth/QR-Code
  • Support für Direktdruck via WiFi/USB

Fazit

Die Arbeit an der Fotobox hat sich ausgezahlt, sie ist der Hit für große Gesellschaften/Parties/Hochzeiten und ein Garant für witzige Fotos.

What’s next?

Die nächste Ausbaustufe meiner Fotobox soll das direkte Drucken der geschossenen Fotos über einen Highspeed-Drucker sein. Hier muss ich mich jedoch noch mit der Thematik vertraut machen und einige Tests durchführen, bevor ich mich an die Arbeit mache.

Beispielbilder


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